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Working Paper / Philosophie & Mathematik

The Theory of Life with 0 and 1

A Formal Model of Moral Direction and Character Formation

Raphael LugmayrVersion 1.0

Original-PDF · Englisch · 17 Seiten · 142 KB

Die Ausgangsfrage

Wie prägen Entscheidungen den Menschen, der als Nächstes entscheidet?

Eine Entscheidung verändert eine Situation. Wiederholte Entscheidungen können auch beeinflussen, welche Reaktion einem Menschen beim nächsten Mal näherliegt. Dieses Working Paper untersucht, wie sich diese Rückkopplung mit ausdrücklich benannten Annahmen formal beschreiben lässt.

Die Symbole 0 und 1 stehen für entgegengesetzte moralische Richtungen innerhalb des Modells. Sie teilen Menschen nicht in zwei Kategorien ein. Intensität, Dispositionen und Unsicherheit bleiben differenziert; neutrale, widersprüchliche und ungeklärte Fälle werden gesondert behandelt.

Entscheidung, Prägung, nächste Entscheidung

  1. 01 / Handlung

    Eine Situation beurteilen

    Kontext, Absicht, verfügbare Möglichkeiten und unsicheres Wissen gehören zur Beschreibung.

  2. 02 / Prägung

    Dispositionen verändern

    Eine begrenzte Aktualisierungsregel beschreibt, wie ein Ereignis ausgewählte Neigungen verstärken oder abschwächen kann.

  3. 03 / Rückkopplung

    Künftige Wahl beeinflussen

    Veränderte Dispositionen beeinflussen die Wahrscheinlichkeiten späterer Handlungen, ohne eine einzelne Wahl zwingend festzulegen.

Das Paper leitet innerhalb dieser Annahmen unter anderem Aussagen zu begrenzten Zuständen, Gedächtnisgewichtung, Stabilität und möglichen Richtungswechseln her. Zahlenbeispiele und Diagramme illustrieren die Gleichungen; sie stammen nicht aus Beobachtungen realer Personen.

Drei Ebenen auseinanderhalten

Philosophische Annahme
Ein objektiver moralischer Bezugspunkt wird vorausgesetzt. Die Mathematik begründet ihn nicht.
Mathematische Folgerung
Die Aussagen gelten unter den jeweils angegebenen Modellannahmen. Stabilität bedeutet dabei nicht automatisch moralische Güte.
Empirische Frage
Ob die Regeln menschliche Charakterbildung angemessen beschreiben, müsste unabhängig untersucht werden. Das Paper enthält keine Versuchspersonendaten oder geschätzten Parameter.

Der Text ist ein eigenständig veröffentlichtes Working Paper. Die Bezüge zu Aristoteles, Augustinus, Jesus, Epiktet, Gewohnheitsforschung und Reinforcement Learning dienen der begrifflichen Einordnung. Sie ersetzen keine Überprüfung des vorgeschlagenen Modells.

Die Beschreibung ist keine Anleitung zur Bewertung einzelner Menschen. Das Modell beansprucht weder, Menschenwürde zu messen, noch Freiheit, Schuld oder religiöse Fragen durch eine Zahl zu entscheiden.

Abstract

This paper formalizes the proposal that morally significant choices have a direction and that repeated choices can reshape the dispositions from which future choices arise. An objective moral good is posited as a normative reference, rather than derived from mathematics. The symbols 0 and 1 encode opposed directions relative to that reference; they do not classify persons into two exhaustive kinds. Moral intensity, character, and choice probabilities remain continuous and potentially multidimensional. The framework distinguishes objective evaluation, fallible moral judgment, and the psychological process of character formation. A bounded recursive model couples choices to character updates and subsequent choice distributions. Conditional propositions establish invariance, memory weighting, robustness, contraction, feedback-induced multiplicity, and the possibility of trajectory reversal. Neutrality, conflicting virtues, intentions, context, and uncertainty are represented explicitly. A Markov formulation states the additional sufficiency assumptions needed for a stochastic interpretation. Illustrative examples and philosophical comparisons clarify the model without supplying empirical validation. The contribution is a disciplined formal vocabulary and a set of transparent consequences of stated assumptions, not a proven law of life, a moral measurement instrument, or a derivation of ethics from behavior.

Zitieren, lesen, weiterdenken

Raphael Lugmayr (2026). The Theory of Life with 0 and 1: A Formal Model of Moral Direction and Character Formation. Working Paper, Version 1.0, 7. Oktober 2026. https://raphaellugmayr.at/publikationen/the-theory-of-life-with-0-and-1

Version & Prüfsumme

Version 1.0 vom 7. Oktober 2026. Die PDF wird unverändert bereitgestellt. SHA-256:

f2ae0ec5b0cc46be66cc315f2f95e848c060dae2012ce76b977a5eace22d3084

Für fachliche Rückmeldungen helfen eine konkrete Stelle, die betreffende Annahme und ein Gegenbeispiel oder eine Quelle. Ich freue mich über die Diskussion des Modells und seiner Grenzen.

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